Zwei Gemeinden
der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Hamburg

Geistliches Wort
 

Mutig sein Bekenntnis zu Christus abzulegen, das hat uns Dr. Martin Luther vorgemacht. Ob er sich wirklich immer so gefühlt hat, wie es auf dem Lutherdenkmal in Eisleben dargestellt ist: mit erhobenem Kopf und einer Bibel unter dem Arm?


Auf dem Weg zum Reichstag zu Worms wird er sich sicherlich anders gefühlt haben. Herzklopfen und Angst haben ihn begleitet auf seinem Weg zu Kaiser Karl V. und den anderen hohen Politkern, vor denen er sich verantworten sollte.


Und doch hat Luther letztlich gesagt: „Wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde – denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich, da es feststeht, dass sie öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben – so bin ich durch die Stellen der Heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!“ Auch wenn diese letzten Worte: „Gott helfe mir, Amen!“ wohl spätere Zufügung sind, so kann uns Luther ein Vorbild dafür sein, dass wir uns unerschrocken zu ihm bekennen. So wie Jesus es sagte: „Wer mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater.“

Das Ergebnis seines klaren Bekenntnisses war: Er wurde für vogelfrei erklärt, sodass jedermann ihn hätte töten können.


Auch heute kann das Bekenntnis zu Christus schlimme Folgen haben: Fünf Gemeindeglieder der SELK, die in einem Flüchtlingslager leben, wurden wegen ihrer Konversion zum christlichen Glauben von einem radikalen islamischen Mitbewohner schwer verletzt. Einer der Verletzten, dem bei dem Angriff die meisten seiner Vorderzähne herausgeschlagen wurden, sagte noch in schwerverletztem Zustand: „Jesus ist doch für uns am Kreuz gestorben, um uns unsere Sünden zu vergeben. Darum müssen wir diesem Menschen, der uns angegriffen hat, doch auch vergeben.“ (Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat übrigens gemeint, dass dieser Christ nur aus asyltaktischen Gründen zum christlichen Glauben konvertiert sei!).


Der Glaube an Jesus Christus und das klare Bekenntnis zu ihm bringen uns nicht immer Vorteile in diesem irdischen Leben. Aber unser Leben ist ja auch mehr als die relativ wenigen Jahre hier auf dieser Erde. Sondern für uns Christen nur die Vorstufe zur Ewigkeit.

 

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