Zwei Gemeinden
der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Hamburg

Geistliches Wort
 

 

 

Auf der Kanzelrückwand der St. Andreas-Kirche in Nehringen (Mecklenburg-Vorpommern)
findet sich die Inschrift, die als Titelbild dieser Gemeindebriefausgabe verwendet wurde. Es
ist ein Schriftwort aus Jesaja 40, 8: „Das Wort unsers Gottes bleibet ewiglich.“ Der Ring, der
die Inschrift umschließt, untermauert als ein Sinnbild für die Unendlichkeit den Inhalt dieses
Wortes. Eine Besonderheit der Inschrift ist (und das ist wohl bewusst geschehen), dass man
sie auf zweierlei Weise lesen kann: Als Spalten von oben
nach unten oder (unter Missachtung des Seitenumbruchs)
als Zeilen von links nach rechts.


1. Das Wort unsers Gottes bleibet ewiglich.

 

Dies soll das Fundament sein einer jeden Predigt, die auf der besagten, aber zugleich auf jeder anderen Kanzel gehalten wird. Menschenworte und Meinungen kommen und gehen,
am Ende vergehen sie alle. Töricht wären wir, wenn wir
darauf unsere Verkündigung gründen.

Gerade das hat uns die Reformation gelehrt:
Gewissheit in den entscheidenden Glaubens-, Lebens- und
Sterbensfragen finden wir allein im Wort Gottes, in der Heiligen Schrift. Allein dieses Wort, das uns zuletzt zu Christus als unserem Heiland führt, bleibet ewiglich.


2. Das Gottes Wort bleibet unsers ewiglich.
 

In dieser Leseweise liegt ein besonderer Schwerpunkt auf „bleibet unsers“.

Dann wäre es eine kühne Aussage, die sich darauf verlässt, dass der,
der hinter diesem Wort steht, also der dreieinige Gott, uns gegenüber

treu ist, und dass Christus seine Kirche erhalten will bis in Ewigkeit.
Was für eine Gnade: Er lässt uns sein Wort hören, Sonntag für Sonntag,
und will‘s tun bis in Ewigkeit. Damit bleibt uns Vergebung der Sünden,
Leben und Seligkeit. Mehr brauchen wir zuletzt nicht!


Beide Leseweisen führen uns zum Gebet:
 

„Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir, denn ich zieh es aller Habe und dem
größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn?
Mir ist nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu tun.“ (ELKG 460, 1)


Amen.

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