Zwei Gemeinden
der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Hamburg

Geistliches Wort

 

Die heilige Familie – so ist sie selten dargestellt. Oft steht Josef in der zweiten Reihe und betrachtet die Szene im Stall von Bethlehem mit ein wenig Abstand. Im Gemälde von A.‑F. Holstein ist es anders. Hier ist Josef mittendrin dabei. Mehr noch: Mit seinen starken Händen und mit seinem großen Mantel bietet er Schutzraum für seine Frau Maria und für das Kind Jesus.

Josef hatte sich das anders vorgestellt. Als er sich mit Maria verlobte, hatte er natürlich vorgehabt, mit ihr seine eigene Familie zu gründen. Dann aber war sie schwanger geworden. Von ihm konnte das Kind nicht kommen. Ausgeschlossen. Hier war offensichtlich etwas völlig aus dem Ruder gelaufen. Im Matthäus‑Evangelium wird uns berichtet, dass er deswegen Maria, um sie nicht „in Schande zu bringen“, heimlich verlassen wollte.

Der Engel des Herrn muss ihn erst aufklären, was hier wirklich geschehen war: „Was Maria empfangen hat, das ist vom Heiligen Geist“. Gott hatte Großes vor. Er wollte seinen Sohn zur Welt bringen, damit der „sein Volk von ihren Sünden retten“ sollte.

In diesem Gottesplan war Josef sehr wichtig. Denn von Anfang an war klar, dass der Weg unserer Rettung mühsam und gefährlich war. Fast scheint es, als sähe Josef schon mit bangem Blick, was da auf ihn zukommt. Herodes will dem Kind ans Leben. Die Flucht nach Ägypten steht bevor. Er hat als Gottes Werkzeug dafür Sorge zu tragen, dass Mutter und Kind behütet und beschützt bleiben. Ganz behutsam und doch ganz stark legen seine groben Zimmermannshände sich um seine Familie. Die blaue Himmelsfarbe deutet an, dass es Gott ist, der dabei die Wege lenkt.

Und das Kind auf Josefs Schoß? Ganz vergnügt spielt es mit seinen Säuglingshänden in der Luft. Jesus Christus, der Sohn Gottes. Er weiß es längst. Diese Hände werden es sein, die einmal durchbohrt werden von den Soldaten, die ihn ans Kreuz nageln. Diese Hände werden es sein, die einmal Zeugnis davon ablegen werden, dass Gottes Plan durch ihn vollbracht ist: Sein Volk zu retten von ihren Sünden! /div>

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